Interne Schulungen 3. Lehrjahr 2018

Heuer ist es wieder soweit!

Wie schon die Jahre zuvor, treffen sich die Lehrlinge aus dem dritten Lehrjahr gemeinsam im Lehrsaal, um ihr Wissen in verschiedenen Bereichen wie Elektropneumatik, Außerhausbehandlungen, Wendeplatten und Produktionsmanagement zu vertiefen. Die Schulungen zu den Themen AHB und Produktionsmanagement wurden von unserem Lehrlingsausbilder Marco Riepl abgehalten.

Schulung 3. Lehrjahr

AHB

Jedes Material, genauer das daraus gefertigte Werkstück, egal ob Metall, Kunststoff, Keramik oder Glas, also sowohl Werkstoff organischer als auch anorganischer Natur, steht über seine Oberfläche in Wechselwirkung mit der Umgebung. Diese Eigenschaften können durch chemische, thermische und mechanische Oberflächenbehandlungen verändert werden. Diese Schulung gibt einen Einblick in die Behandlung unterschiedlicher Materialien und ihren Oberflächen, zum Beispiel Verzinken von Werkstücken um die Korrusionseigenschaften zu verändern.

Elektropneumatik

Das Thema der Elektropneumatik wurde bereits bei früheren Schulungen und in der Berufsschule angeschnitten, doch es wurde Zeit, tiefer in die Materie einzutauchen. Es wurde dabei an Schaltungen gearbeitet, die elektrisch sowie auch mit Luftdruck gesteuert werden. Die Schaltungen wurden eigens am PC konstruiert und im Anschluss am Pneumatikstand aufgebaut. Diese Weiterbildung wurde von Gernot Erlacher vorgetragen.

Schulung zur Elektropneumatik

Wendeschneidplatten

Wendeschneidplatten sind ersetzbare Werkzeugschneiden, welche die Werkzeugkosten reduzieren sollen. Es wird dabei auf die Eigenschaften, den Verschleiß, die Formen, den Verwendungszweck und die Spanbildung der Wendeschneidplatten geachtet. Diese Schulung soll dabei helfen, selbstständig das optimale Werkzeug und die optimalen Bearbeitungsparameter für die entsprechende Arbeit  zu finden und umzusetzen. Diese Schulung wurde von unserem Mentor Christian Kilzer aus der Dreherei abgehalten.

Schulung zu Wendeschneidplatten

Produktionsmanagement

Das Produktionsmanagement beinhaltet sämtliche Aufgaben zur Gestaltung, Planung, Überwachung und Steuerung eines Produktionssystems und der betrieblichen Ressourcen Mensch, Maschine, Material und Information.

Es sind zwei Ebenen vorhanden:

  • Strategisches Management:

Das strategische Produktionsmanagement beschäftigt sich mit der langfristigen Ausrichtung der Ziele des Unternehmens und der Festlegung der Fertigungsstandards.

  • Operatives Management

Das operative Produktionsmanagement beschäftigt sich mit der kurzfristigen Planung und Vorbereitung aller erforderlichen Maßnahmen zur Leistungserbringung.

Dies soll uns Lehrlingen einen besseren Einblick in die Führungsetage des Unternehmens geben.

CNC-Technik

Bei der CNC-Schulung wurden unterschiedliche Themen besprochen. Das Programmieren der Maschinen lag jedoch im Vordergrund. Zuerst wird die Form des Rohteils bestimmt. Danach wird das Programm geschrieben und die Konturen gefräst. Darauf folgend werden die weiteren Arbeitsschritte ausgearbeitet und die Arten der Bearbeitungen festgelegt. Dabei werden die Oberflächengenauigkeiten berücksichtigt und welche Parameter mitspielen. Diese Weiterbildung wurde von Friedrich Kreuzer abgehalten.

CNC-Programmieren
CNC-Schulung

Förderung der Teamfähigkeit

Zwischen den Schulungen legte man auch viel Wert darauf, die Teamfähigkeit und die Kreativität der Lehrlinge zu verbessern. Um dies zu erreichen, wurden zwei Teamspiele gespielt:

Marshmallow-Turm
Marshmallow-Turm/2
  • Marshmallow-Spaghetti-Turm

Dazu bekamen die Lehrlinge 30 rohe Spagetti, ein ein Meter langes Klebeband, einen Marshmallow und ein ein Meter langes Garn. Dabei ging es darum, wer mit den vorhandenen Materialien den höchsten Turm bauen konnte. Aber nicht nur die Höhe ist wichtig: Der Marshmallow muss ganz oben auf dem Turm angebracht werden und die ganze Struktur muss mindestens 5 Sekunden ohne jegliche Stütze (weder Hand noch Gegenstände) stehen bleiben.

Papierturm
Papierturm/2
  • Papierturm

Um dieses Projekt zu bewältigen, bekamen die einzelnen Gruppen Klebeband, dünne Blätter Karton und einen Block. Das erste Ziel jeder Gruppe war es, eine Zeichnung eines Papierturms anzufertigen, welcher auch mit den vorhandenen Materialien gebaut werden konnte. Als die Teams fertig waren, wurden die Zeichnungen getauscht und jedes Team hatte die Aufgabe, mit den zur Verfügung stehenden Materialien den Turm so exakt wie möglich anhand der Zeichnung nachzubauen.

 

 

Anton Benya Stiftungsfond

Um den Facharbeiterbedarf zu decken, bildet die Firma Kostwein GmbH seit dem Jahr 1921 Lehrlinge aus. Jeder Lehrberuf kann in Kombination mit der Matura abgeschlossen werden. Außerdem bietet die Firma Kostwein unterschiedliche hausinterne Weiterbildungen und eine praxisnahe Ausbildung in der innerbetrieblichen Lehrwerkstätte an. Die Lehrlingsausbildung wurde bei Kostwein schon immer groß geschrieben, deshalb bietet Kostwein ihren Lehrlingen eine Jobgarantie nach der Lehre. Daran erkennt man, dass die Lehrlinge (zukünftige Facharbeiter) die wichtigste Ressource der Firma Kostwein sind. Eben aufgrund dieser Kriterien hat die Firma Kostwein GmbH den Hauptpreis des Anton Benya Stiftungsfonds 2018 zur Förderung der Facharbeit gewonnen.

Der Anton Benya Stiftungsfond wurde zum 60. Geburtstag von Anton Benya gegründet. Anton Benya wurde am 8. Oktober 1912 in Wien geboren. Er erlernte den Beruf des Elektromechanikers in der Firma Scheiber und Kwyasser in Wien. Er schaffte es vom Elektromechaniker im Jahre 1963 bis zum Präsidenten des ÖGB im Jahre 1987. Ihm lagen die Metaller und Bergbauarbeiter immer schon am Herzen und er setzte sich auch in seiner weit fortgeschrittenen Karriere immer noch für sie ein. Während seiner Präsidentschaft beim ÖGB wurde er auch zum ersten Präsidenten des Nationalrates Österreich gewählt. Zweck und Absicht der Stiftung ist, den Wert und die Bedeutung der Facharbeit und vor allem der manuellen Arbeit zu fördern. Außerdem geht es darum, der Öffentlichkeit einen Einblick in diese Berufe zu verschaffen, um das gesellschaftliche Ansehen dieser Arbeit zu steigern und zu fördern.

Außerordentliche Leistungen und berufliche Qualifikationen werden dabei im Wesentlichen unter folgenden Gesichtspunkten berücksichtigt:

  • Förderung und Anerkennung außergewöhnlicher beruflicher Leistungen von Lehrlingen.
  • Auszeichnungen von Fachkräften, die bedeutende Leistungen auf ihrem Arbeitsgebiet vollbracht haben.
  • Anerkennung von einzelnen ArbeitnehmerInnen oder Gruppen, die durch Ertragen eines besonderen Arbeitsleides bedeutende Leistungen für die Gemeinschaft vollbringen.
  • Auszeichnung und Unterstützung von wissenschaftlichen Untersuchungen, die das gesellschaftliche Ansehen der manuellen Arbeit erforschen und publizistische, künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten, die das Ansehen der Facharbeit fördern.

Vorwettbewerb bei DMG für die WorldSkills in Abu Dhabi

Am 31.7.2017 fand im Deutschen Seebach mitten im Thüringer Wald der Vorwettbewerb für die Worldskills in Abu Dhabi statt. Der Vorwettbewerb in der DMG-MORI-Academy bot den deutschsprachigen Teams eine weitere Möglichkeit ihre Handgriffe zu perfektionieren.

Bereits einen Tag zuvor reiste der Kandidat Julian Krug mit seinen Experten Marco Riepl an, um sich gemeinsam mit dem Deutschen und Schweizer Team auszutauschen.

Bewertet wurde dieser Wettbewerb nach objektiven Maßen, die zu 90{ffd0fb885a77ea09ef4c5ad51a12614e4fb43dc7e5ac3540f1662ab7b7ffaf06} eindeutig messbar sind, sowie nach 10{ffd0fb885a77ea09ef4c5ad51a12614e4fb43dc7e5ac3540f1662ab7b7ffaf06} subjektiven Maßen, wie Oberflächenbeschaffenheit oder wie sauber eine Entgratung ist. Es gab insgesamt 2 Module zu bestreiten. Ersteres war ein Aluminiumteil mit den Maßen 150mm x 50mm und zum Zweiten hatten sie ein Stahlteil mit der Bemaßung von 100mm x 150mm zu bearbeiten.

 

Tag 1:

Den ersten Vormittag nutzten Marco und Julian, um sich entsprechend vorzubereiten indem sie die Messplätze vorbereiteten und alle Werkzeuge ausluden und vermaßen. Nach dem Mittagessen gab es die erste Einweisung an der Fräsmaschine und die erste Möglichkeit zur „open communication“.

„Open communication“ bietet den Teilnehmern die Möglichkeit sich mit ihren Experten auszutauschen. Während des Programmierens und Fertigens des Werkstückes an der Maschine ist dies nicht gestattet. Anschließend durfte sich das Schweizer Team mit Werkstück 1  und das Österreichische Team mit Werkstück 2 in der Programmierung versuchen. Die Werkstücke wurden in MasterCAM gezeichnet und daraufhin auf die Maschine übertragen.

 

Tag 2:

Am zweiten Tag durfte sich das Schweizer Team nach der „tool preparation time“, in der sie alle Werkzeuge vermessen, und danach in die Maschine einlegen, als erster an die Fertigung von Teil 1  beteiligen. Zeitgleich programmierte das Deutsche Team Teil 1. Am Nachmittag stellte Julian das MasterCAM-Programm fertig, während das Deutsche Team mit dem Fertigen von Teil 1 beschäftigt war.

 

Tag 3:

Das Schweizer Team musste am Vormittag zuerst Teil 2 programmieren. Nach der Mittagspause fertigten sie die Programmierung an, was Silvio Tönz vor eine besondere Herausforderung stellte.

Während Julian Teil 2 fertig stellte, programmierte Eva Wahl aus Deutschland für das Deutsche Team Teil 2.

Tag 4:

Nachdem Team Österreich das Teil Nummer 1 fertig stellte und die Maschine reinigte, konnte sich das Deutsche Team mit Teil Nummer 2 erneut beweisen.

Tag 5:

Am fünften Tag wurden alle Werkzeuge wieder eingeladen und für die Heimreise vorbereitet, wobei die Teilnehmer sich gegenseitig unterstützten. In der allgemeinen Schlusswertung konnte sich Julian knapp gegen die Mitbewerber durchsetzten.

Wir gratulieren Julian Krug ganz herzlich zu dieser Leistung!

Die Teams sind ab nun ideal für die Weltmeisterschaften in Abu Dhabi vom 14.-19. Oktober 2017 vorbereitet und freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit mit ihren Deutschen und Schweizer Kollegen!

Einsatzbereitschaft der Lehrlinge

Am 5. Juli 2017 fand die Wahl zum Landesschulsprecher statt. Freudig dürfen wir verkünden dass der Gewinner der Wahl, Ruppacher Niko, aus unseren eigenen Reihen stammt. Damit übernimmt Ruppacher Niko ehrenamtlich die Interessenvertretung der Lehrlinge im Land Kärnten.

Link zur Facebookseite:
https://m.facebook.com/suktn.fire.works/

Sein Erstes großes Ziel ist das alle Schüler und Schülerinnen  eine Schülerfreifahrt beantragen dürfen. Damit sämtliche Schüler und Schülerinnen unabhängig vom Alter und vom bisherigen Bildungsweg die gleichen Rechte erhalten.

Damit zeigen sich unsere Lehrlinge nicht nur im Betrieb zielstrebig, sondern beweisen sich auch in ihrer Freizeit als besonders motiviert.